Halbinsel Björnö im Stockholmer Schärengarten

Kleine Abenteuer für Stadtkinder

17.05.2021

Christi Himmelfahrt ist auch in Schweden ein Feiertag und viele Familien machen ein langes Wochenende daraus. Wir haben den Tag für einen Ausflug genutzt: zur Halbinsel Björnö („Bäreninsel“) im Stockholmer Schärengarten, etwa 45km südöstlich von Stockholm.

Die Halbinsel ist nicht sehr groß, gut erschlossen (s. Karte) und ganz offensichtlich ein beliebtes Ziel bei Stockholmern. Im Sommer dürfte sie sehr voll sein – aber jetzt ging es noch.

Familientaugliche Strände und Picknickplätze

Kind sitzt auf einem Felsen der Halbinsel Björnö im Stockholmer Schärengarten und schaut durch Bäume aufs Wasser.
Mit Sack und Pack ging es über Stock und Stein. Foto: privat.

Für Familien mit Kindern eignet sich Björnö besonders gut: Nur 10 Minuten vom großen (kostenpflichtigen, aber günstigen) Parkplatz entfernt liegt eine Bucht mit flachem Sandstrand – ideal für Kleinkinder. Es gibt an vielen Stellen entlang den Wanderwegen Toiletten und an bestimmten Stellen sogar Picknickplätze mit Feuerstellen und Brunnen mit frischem Trinkwasser. Deshalb haben wir auch viele Leute mit Zelten, Isomatten und Schlafsäcken getroffen, die offenbar das ganze lange Wochenende hier campen wollten. Das geht – wie überall in Schweden – wegen des „Allemansrätt„, dem Jedermannsrecht, für wenige Nächte einfach so und sogar auf Privatgelände. Voraussetzung ist: Man stört weder Mensch noch Tier, macht nichts kaputt und hinterlässt keinen Müll.

Jedermannsrecht – mit ein paar Einschränkungen im Naturschutzgebiet

Die Hütte vorne rechts ist das WC, etwas rechts des größten Häuschens ist ein Brunnen mit Pumpe, an dem man Trinkwasser zapfen kann.

Da die Halbinsel Björnö ein Naturschutzgebiet im Schärengarten ist, gibt es allerdings hier ein paar Einschränkungen dieses Rechts: So dürfen Boote nicht länger als zwei Tage am gleichen Platz festgemacht werden, Anhänger und Wohnmobile sind verboten, Zelten ist nur an den vorgesehenen Orten und für maximal zwei Tage hintereinander erlaubt, offenes Feuer darf nur an den ausgeschilderten Feuerstellen gemacht werden und Hunde müssen immer angeleint sein.

Die Beschilderung ist gut, der Internetempfang ebenfalls – und falls man nicht weiter weiß und auch kein Handy mit google maps dabei hat, läuft man im Zweifel einfach immer an der Küste entlang, dann kommt man irgendwann wieder an den Ausgangspunkt.

Es gibt große, auch befahrbare Wege (z.B. zum Hafen mitten auf der Halbinsel), aber auch kleine Pfade durch den Wald. Immer wieder findet man solche Wegweiser oder farbige Markierungen an Bäumen.

Mittagessen: „Baked beans“ vom Campingkocher

Wir haben mit unserer sechsjährigen Tochter und unserem Hund einen gemütlichen längeren Spaziergang gemacht. Das Mittagessen bestand aus „baked beans“, die wir auf dem mitgebrachten Campingkocher aufgewärmt haben – ein kleines Abenteuer für Stadtkinder.

Natürlich haben wir alle Abfälle wieder eingepackt und nach Hause getragen. Es ist auffallend, dass zwar kaum irgendwo Mülleimer aufgestellt sind, aber trotzdem kein Müll herumliegt.

Blaubeersträucher und verdrehte Bäume

Unterwegs im Wald haben wir viele, viele Blaubeersträucher gesehen. Und diesen toten, drehwüchsigen Baum, der einfach schön ist. Offenbar wachsen Bäume so, um Wind und Schneelasten besser auszuhalten. Wieder was gelernt.

Fotos: privat.

Im Sommer werden wir auf die Halbinsel Björnö im Stockholmer Schärengarten bestimmt einmal zurückkommen, um hier schwimmen zu gehen. Und vielleicht bringen wir dann auch unser Zelt mit. Jetzt war es uns bei 6 Grad Nachttemperatur noch zu kalt dafür.

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