Radtour durch Stockholm

30.10.2022 – Herrliches Herbstwetter, Lust auf Neues und Bewegungsdrang = Radtour! Es gab noch nicht so viele Gelegenheiten, eine Radtour durch Stockholm aus meinem schwedischen Städteführer zu machen. Hauptsächlich weil unsere Jüngste noch nicht so weit fahren kann. Aber gestern sind wir Eltern allein und mit E-bikes losgezogen. Die Tour führte uns 34km von Lidingö über Danderyd nach Edsberg Slott. Wir fuhren zunächst am sonnigen Ostufer des Edsviken – einem Arm der Ostsee – entlang. Zurück ging es am westlichen Ufer. Dort kamen wir am königlichen Ulriksdal Slott mit seiner Gärtnerei und dem schönen „Trädgårdscafé“ vorbei und kehrten natürlich ein.

Anfangs führt die Route kurz an einer Autobahn entlang – da sind die Schweden ja sehr pragmatisch.

Die Strecke von Lidingö bis Danderyd führt zunächst durch Norra Djurgården, dann kurz an der Autobahn entlang, weil man irgendwie nach Danderyd hinüberkommen muss.

Mehr Ausblicke vom Rad

Die Eisenbahnbrücke verläuft etwas tiefer als die für Autos und Radfahrer.

Da Brücken teuer zu bauen sind, hängt der Fahrradweg dann eben an der Autobahn mit dran, nur die Eisenbahn hat eine eigene Brücke bekommen. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, kann man immerhin den Blick auf den Meeresarm genießen, den man aus dem Auto nie zu sehen bekommt.

Nette Häuschen hier.

Sobald man in Danderyd ist, führt der Weg durch Wohnsiedlungen. Die Lage hier gilt als eine der besten (und teuersten) der Stadt. Nicht wenige Häuser besitzen einen eigenen Strand und Bootsanleger.

Sobald man unten am Wasser des Edsvik angekommen ist, sollte man bei Sonne eine kleine Kaffeepause einlegen. Den Kaffee muss man sich allerdings mitbringen oder doch noch eine Weile weiterfahren bis Edsberg Slott.

Am Weg entlang finden sich regelmäßig Bänke an den schönsten Stellen.

Zum Teil ist der Weg etwas eng für Radfahrer plus Spaziergänger. Aber da hier nicht so viele Leute unterwegs sind wie in „downtown Stockholm“, gibt es doch kein Gedränge.

Schlösser gibt es in Schweden überproportional viele

Folgt man dem Weg am Ufer des Edsvik weiter, kommt man an seinem Ende zu einem größeren Gehöft mit Herrenhaus (das sich etwas großspurig „Slott Edsberg“, also Schloss Edsberg, nennt). In den alten Stall- und Wirtschaftsgebäuden (im Bild unten die Gebäudeansammlung rechts) sind ein Café mit schönster Aussicht und ein Kulturzentrum zu finden. Sogar eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Ortes findet sich auf dem großen Hof zwischen den langgestreckten Häusern.

Café auf der Anhöhe über dem Edsvik.
Schloss Edsberg (links) mit dem zugehörigen Gehöft, wo das Café liegt (rechts).
Blick vom Hof zwischen den alten Wirtschaftsgebäuden auf den Edsvik. Rechts in dem Haus ist ein Café.

Auf der westlichen Seite des Edsvik begann unser Rückweg. Dort war es zu dieser Jahreszeit nicht mehr sehr sonnig, so dass es auch rasch kühler wurde. Doch die Aussicht auf ein spätes Mittagessen in Ulriksdal hielt uns bei der Stange.

Ulriksdal Slott kann sich schon eher als Schloss bezeichnen…
Hier fand im Park – überraschend für uns – ein „höst marknad“ (Herbstmarkt) statt. Es war viel los!

Doch wir wollten ins „Gartencafé“ (trädgårdcafe) in den Gewächshäusern. Die sind ein paar hundert Meter vom Schloss entfernt. Wir waren früher schon einmal hier, um Pflanzen zu kaufen. Damals waren wir die schwedischen Preise noch nicht gewöhnt… Ehrlich gesagt war ich von diesen so entsetzt, dass ich weitere Ambitionen im Hinblick auf den Garten hier in Schweden völlig ad acta gelegt habe. Zu teuer. Außerdem verbietet unser Mietvertrag uns, gestaltend in den Garten einzugreifen. Also haben wir es hier schlicht beim Rasenmähen belassen.

Alles hübsch, aber sehr teuer…

Doch das Café wollten wir dieses Mal unbedingt ausprobieren. Zwar mussten wir recht lange in der Schlange warten, aber es hat sich gelohnt. Die schwedischen Kuchen sind unserer Erfahrung nach für deutsche Gaumen überwiegend süß – und unterscheiden sich ansonsten vor allem in der Deko.

Aber das Mittagessen (ein vegetarisches Curry mit Erdnüssen) war gut und man sitzt sehr hübsch in den Gewächshäusern.

Im Trädgårdscafe von Ulriksdal.

Gestärkt machten wir uns auf den Rest des Rückwegs – allerdings verfolgten wir hier nicht die Tour aus dem oben erwähnten Buch. Denn darin war die ganze Radtour durch Stockholm nicht als Rundweg angelegt. Auf google maps wurde uns aber ein Weg am Wasser entlang angezeigt, also fuhren wir drauflos. Das war keine gute Idee!

Google maps trügt manchmal

Zwischen Ulriksdal Slott und der Brücke, die uns wieder von Danderyd herunter führen sollte, wurde der Weg für unsere Räder nämlich streckenweise fast nicht passierbar. Wir mussten schieben. Das ist mit einem sehr schweren Transport-E-bike wie meinem nicht unbedingt leicht. Vor allem bergauf. Zum Glück waren es nur einige hundert Meter, die so beschwerlich waren.

Große Steine und Baumwurzeln und viel Auf und Ab machten diesen Weg abenteuerlicher als erhofft.

Insgesamt waren wir auf unserer Radtour durch Stockholm in gemütlichem Tempo und mit vielen Foto-Pausen, reichlich Zeit für Fika (Kaffeetrinken), Mittagessen und Rumgucken ungefähr fünf Stunden unterwegs. Am späten Nachmittag kamen wir wieder zuhause auf Lidingö an.

Auf der neuen „Lilla Lidingöbron“, die vor wenigen Wochen eröffnet wurde: die neue Rad/Fussgängerbrücke zwischen Lidingö und Stockholm.

Und falls irgendwelche Zweifel bestehen: Meine Rad-App weiß ganz genau, wieviel wir uns bewegt haben, und welche Strecke wir gefahren sind. Jetzt ist nur noch die Frage, wann wir die nächste Radtour durch Stockholm machen. Wenn das Wetter weiter so mild bleibt, hoffentlich bald!

Die App, die mein Rad vor allem gegen Diebstahl schützen soll, verfolgt alle Routen, die ich fahre.

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