Interview mit Nr. 4 (6 Jahre)

Zeitpunkt: Anfang April 2021. Wir wohnen seit acht Monaten in Schweden.

Auf einer Skala von 1-10 (1=schlecht, 10=supergut): Wie geht es Dir im Moment?
  1. Weil es hier sehr schön ist. Außer dass Clara nicht da ist.
Was gefällt dir bisher am besten/am wenigsten hier?

Am besten gefällt es mir, dass ich so viele Freunde gefunden habe: sieben Stück, mehr fallen mir gerade nicht ein. Am wenigsten gefällt mir (denkt sehr lange nach…), dass so viele in der Schule in der Pause einfach weiterrennen und nicht aufpassen. Und einmal ist jemand gerannt, da war ich im Weg und einer hat mich einfach weggeschubst.

Gibt es etwas, was dich in Schweden überrascht hat?

Nein.

Hast Du hier schon etwas Neues kennengelernt, etwas hier zum ersten Mal gesehen oder erlebt?

Drei Haustüren an unserem Haus.

Womit beschäftigst Du Dich zurzeit am liebsten?

Hörspiele hören, malen, basteln.

Die Kinder in Deutschland haben seit Monaten Distanzunterricht wegen der Covid-Pandemie. Wenn sie in der Schule sind, müssen sie Masken tragen und Abstand halten. Hier gehen die Kinder von Klasse 1-9 durchgehend zur Schule seit wir hier sind (Aug. 2020). Masken werden in der Schule nur von wenigen Kindern freiwillig getragen, Abstände gibt es nicht. Welche Vor- und Nachteile dieser Situation siehst Du für die Kinder in Deutschland/in Schweden?

Nachteil ist, dass hier mehr krank werden mit Corona. Vorteile sind dass ich überhaupt in die Schule gehen kann, hier. Wenn ich in Deutschland wäre, könnte ich gar nicht meine Freunde in der Schule sehen.

Was könnten die Schweden von den Deutschen lernen und andersrum?

Die Schweden können von den Deutschen lernen mehr aufzupassen z.B. bei Corona. Die Deutschen können von Schweden lernen, dass in Deutschland in den Gärten mehr Fahnenmasten sein sollten.

Wie ist das, wenn man plötzlich AusländerIn ist? In welchen Situationen merkst du das?

Komisch. Wenn ich z.B. an Clara denke. Sonst bin ich ja oft bei ihr, das ist komisch. Ich merke, dass ich anders bin als die anderen hier, weil ich nicht schwedisch sprechen kann.

Wo wärst du jetzt gern, wenn du für ein paar Stunden überall auf der Welt sein könntest? Wen würdest du dorthin mitnehmen oder treffen?

Ich würde meine Familie mitnehmen. Nach Berlin. Und würde Clara treffen.

Wer oder was hilft Dir beim Eingewöhnen hier?

Meine Freunde – die neuen.

Wenn Du drei Wünsche frei hättest, was würdest Du Dir gerade wünschen? (Alles ist erlaubt und möglich.)

Dass Corona weggeht. Dass ich Clara wiedersehe. Dass an Ostern die Sonne scheint.

Wer oder was hilft Dir, wenn Du traurig bist?

Meine Freunde und meine Eltern.

Kannst Du schon Schwedisch sprechen?

Ein bisschen. Z.B. hallo (hej), tschüss (hejda), Pferd (häst), Milch (mjölk), Schere (saks), Kleber (glutt)… Jag heter M. (ich heiße M.). Und ich kann noch sagen: Jag är sex ar. (Ich bin sechs Jahre alt.)

Ein Blick in die Zukunft: Was glaubst du, wie es Dir hier in einem Jahr gehen wird? Was wird anders sein als jetzt? Wie?

Schön. Ich hoffe, es ist dann warm. Eigentlich weiß ich sonst nichts mehr.

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